Glossar

Arbeitserziehungslager

AEL. Straflager mit äußerst brutaler Lagerordnung, die die Gestapo seit 1940 errichtete. Hauptsächlich ZwangsarbeiterInnen, aber auch Deutsche, denen man Verstöße gegen die Arbeitsdisziplin vorwarf, wurden dort für einige Wochen inhaftiert. Die Einweisungen waren oft willkürlich und dienten der Einschüchterung und Abschreckung. Die Inhaftierten wurden drangsaliert und geschlagen, mussten hungern und Schwerstarbeit leisten. Insgesamt gab es rund 200 Arbeitserziehungslager.

Arbeitsvertragsbruch

Unerlaubtes Verlassen des Arbeitsplatzes. Bei ZwangsarbeiterInnen bedeutete Arbeitsvertragsbruch meistens den Versuch, nach Hause zu fliehen. Die Strafe war oft die Einweisung in ein Arbeitserziehungslager.

Automat

Maschine, die vorbestimmte Abläufe selbsttätig ausführt. Die bei der Rüstungsproduktion während des Krieges verwendeten Automaten ermöglichten den Einsatz von Menschen, die nur geringe technische Kenntnisse besaßen, so z.B. ZwangsarbeiterInnen im Schulalter und ohne jegliche Arbeitserfahrung.

Baracke

In diesem Zusammenhang Unterkunft für ZwangsarbeiterInnen, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. Die Baracken waren oft genormt und aus Holz gebaut. Die Einrichtung der Räume bestand meistens aus mehreren zwei- bis dreistöckigen Pritschen, einem Tisch, einigen Spinden und Schemeln.

Bosch, Robert

(1861-1942), deutscher Industrieller, Ingenieur und Erfinder. Er absolvierte die Mechanikerlehre und arbeitete dann bei verschiedenen technischen Unternehmen in Deutschland und im Ausland, wo er seine Ausbildung vervollständigte. 1886 gründete er in Stuttgart die Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik, aus der die heutige Robert Bosch GmbH entstand. Von Anfang an entwickelte Bosch mit seinen Ingenieuren Zubehör für Kraftfahrzeugmotoren. In wenigen Jahren gelang es ihm, die Firma vom handwerklich produzierenden Automobilzulieferer zum weltweit tätigen Elektrotechnik-Konzern umzubauen. Bereits 1906 führte Bosch als einer der ersten in Deutschland den achtstündigen Arbeitstag ein. Als sozial engagierter Unternehmer sorgte er u.a. für die Weiterbildung und eine gerechte Bezahlung seiner Mitarbeiter. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 übernahm das Unternehmen immer mehr Rüstungsaufträge. Während des Krieges beschäftigte es ZwangsarbeiterInnen, Kriegsgefangene und sogar KZ-Häftlinge. Gleichzeitig unterstützte der Konzerngründer den Widerstand gegen das NS-Regime. Robert Bosch starb 1942 in Stuttgart.

Deutsche Arbeitsfront

DAF. Nationalsozialistische Organisation der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Sie wurde 1933, nach der Zerschlagung der freien Gewerkschaften und der Abschaffung des Streikrechts, gegründet und in die Parteistruktur der NSDAP eingegliedert. Die DAF ersetzte jegliche berufsständische oder gewerkschaftliche Interessenvertretungen und sicherte eine vollständige Kontrolle des nationalsozialistischen Staates über den Arbeitsmarkt und alle Arbeitsverhältnisse. Im Oktober 1945 wurde die DAF durch den Alliierten Kontrollrat verboten.

Displaced Persons

Der Begriff Displaced Persons (DPs; engl. für die aus ihrem Heimatland verschleppten Menschen) wurde von den westlichen Alliierten geprägt. Ende des Zweiten Weltkrieges gab es in Westdeutschland etwa 6,5 Millionen DPs, vor allem jüdische Überlebende, befreite ZwangsarbeiterInnen, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene. Die meisten kehrten im Rahmen von Repatriierungsmaßnahmen in ihre Heimatländer zurück oder emigrierten.

Fremdarbeiter

Verharmlosende Bezeichnung für ZwangsarbeiterInnen im Nationalsozialismus. Der Begriff verschleiert den Zwang als Grundlage ihres Arbeitseinsatzes. Selbst die ursprünglich freiwillig nach Deutschland gekommenen ausländischen ArbeiterInnen durften später ihren Arbeitsplatz nicht mehr verlassen und wurden so zu ZwangsarbeiterInnen.

Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz

GBA. Behörde zur Rekrutierung von Arbeitskräften für die deutsche Kriegswirtschaft. 1942 ernannte Hitler Fritz Sauckel zum Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz. Er sorgte für die Entwicklung der Behörde, die es ermöglichte, Millionen Menschen aus ganz Europa zum Arbeitseinsatz nach Deutschland zu deportieren.

Gestapo

Geheime Staatspolizei. Behörde zur Verfolgung von Regimegegnern. Sie entstand im April 1933 auf Veranlassung von Hermann Göring. Seit 1936 war sie Heinrich Himmler, dem Chef der Deutschen Polizei, unterstellt. Die Gestapo war ein wichtiges Instrument des staatlichen Terrors. Ihre Tätigkeit bestand u.a. darin, Tausende von Menschen ohne rechtliche Grundlage in Konzentrationslager einzuweisen. Die Gestapo wirkte in allen von Deutschland besetzten Gebieten.

Heereswaffenamt

Das Heereswaffenamt war die Zentralstelle für die technische Entwicklung und Fertigung von Waffen, Munition und Gerät des deutschen Heeres. 1919 wurde es als Waffenamt im Reichswehrministerium gegründet, 1922 erhielt es die Bezeichnung Heereswaffenamt (HWA). Es war ebenfalls für die Einrichtung von Massenfertigung bei der Industrie zuständig. Das HWA wurde während des Krieges mehrfach umorganisiert und am 27. April 1945 aufgelöst.

Italienischer Militärinternierter

IMI. Italienischer Soldaten in deutscher Gefangenschaft. Am 8. September 1943 vereinbarten die westlichen Alliierten und die italienische Regierung unter Badoglio einen Waffenstillstand. Daraufhin besetzte Deutschland Norditalien, die Wehrmacht entwaffnete rund 600.000 italienische Soldaten und verschleppte sie nach Deutschland, weil sie sich weigerten, auf der Seite von Hitler und Mussolini den Krieg fortzusetzen. Bald änderte man ihren Status, so dass sie nicht als Kriegsgefangene, sondern als Zivilarbeiter galten. Als angebliche Verräter mussten sie unter schlimmsten Bedingungen Zwangsarbeit leisten.

Kriegsgefangener

Von einer feindlichen Armee gefangen genommener Soldat. Laut Genfer Konventionen war der Einsatz der Kriegsgefangenen in der Rüstungsindustrie verboten. Die Deutschen missachteten diese und andere Bestimmungen. Von den 5,3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen ließ die Wehrmacht mehr als drei Millionen verhungern. Die Wehrmacht hielt rund 11 Millionen Soldaten gefangen, die in Hunderten von Kriegsgefangenenlagern (Oflags und Stalags) untergebracht waren. Etwa zwei Millionen Kriegsgefangene leisteten Zwangsarbeit, darunter seit 1943 auch 600.000 Italienische Militärinternierte.

Kriegswirtschaft

Auf Ziele des Krieges eingestellte Wirtschaft. Der wichtigste Zweig der deutschen Kriegswirtschaft war die Rüstungsindustrie. Sie stützte sich auf die millionenfache Beschäftigung von ZwangsarbeiterInnen und auf die Ausplünderung der wirtschaftlichen Ressourcen in den besetzten Ländern.

KZ-Häftling

Häftling eines Konzentrationslagers. In den Jahren 1933–1945 gab es in Deutschland und in den besetzten Gebieten zwischen 2,5 und 3,5 Millionen KZ-Häftlinge, die unter extrem schlechten Lebensbedingungen Schwerstarbeit verrichten mussten, drangsaliert und gezielt getötet wurden. Bis zu 800.000 Menschen starben bis 1945 in den Lagern durch Gewaltanwendung, Unterversorgung, Krankheiten oder Vernichtung durch Arbeit.

Lager

Umzäuntes und bewachtes Gelände für die Isolierung von Menschen. Im Dritten Reich gab es zahlreiche Lagerkategorien wie Konzentrationslager und ihre Außenlager, Arbeitserziehungslager, Kriegsgefangenenlager, Durchgangslager, Zwangsarbeiterlager. Eine andere Kategorie waren die Vernichtungslager, in denen vor allem jüdische Menschen systematisch ermordet wurden.

Oberkommando des Heeres

Das Oberkommando des Heeres (OKH) wurde 1935 im Zuge der Restrukturierung der deutschen Streitkräfte durch das nationalsozialistische Regime geschaffen. Es war die höchste Kommandobehörde der gesamten Landstreitkräfte. Das OKH gliederte sich in den Generalstab des Heeres und das Heerespersonalamt.

Ostarbeiter

Nationalsozialistische Bezeichnung für ZwangsarbeiterInnen aus den besetzten Gebieten der Sowjetunion. Im Dezember 1941 verordnete der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Alfred Rosenberg, einen Arbeitszwang für alle Einwohnerinnen und Einwohner der besetzten Gebiete im Baltikum und in der Sowjetunion. Nach der anfänglichen Anwerbung von Freiwilligen für die Arbeit in Deutschland folgte die gewaltsame Verschleppung von 2,1 Millionen sowjetischen Frauen und Männern ins Reich. Sie mussten das diskriminierende OST-Abzeichen tragen, wurden meistens in besonderen Lagern untergebracht und schlechter behandelt als ZwangsarbeiterInnen aus anderen Ländern. Nach der Befreiung wurden viele von ihnen in der Sowjetunion wegen angeblicher Kollaboration verfolgt oder diskriminiert.

Ostarbeitererlasse

Bestimmungen zur Behandlung der Arbeitskräfte aus den besetzten Gebieten der Sowjetunion. Am 20. Februar 1942 ließ Heinrich Himmler eine Verordnung veröffentlichen, in der die Lebens- und Arbeitsbedingungen der „Ostarbeiter“ genau festgelegt wurden. Die Erlasse zielten auf die Ausbeutung, Ausgrenzung und Diskriminierung der zur Arbeit verschleppten Menschen und sollten jegliche Solidaritätsgefühle seitens der deutschen Bevölkerung verhindern. Die Ostarbeitererlasse lehnten sich an die früher eingeführten Polenerlasse an, waren aber deutlich schärfer.

Polenerlasse

Erste rechtliche Regelungen im Nationalsozialismus für den Einsatz ausländischer Arbeitskräfte. Die Polenerlasse traten am 8. März 1940 in Kraft. Sie bestanden aus mehreren Verordnungen, die die Behandlung der ZwangsarbeiterInnen aus dem besetzten Polen festlegten. Sie durften den zugewiesenen Wohnort nicht verlassen, keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, abends galt für sie Ausgangsverbot. In manchen Orten durften sie sogar bestimmte Straßen nicht betreten. Der Besuch von Gaststätten, Kinos, Theatern und kulturellen Veranstaltungen war ihnen verwehrt. Alle mussten das Abzeichen „P“ an der Kleidung tragen. Rigorose Bestimmungen regelten die Arbeitsverhältnisse. Alle privaten Kontakte zwischen Deutschen und Polen waren verboten. Intime Beziehungen endeten für die Frauen aus Polen nicht selten mit KZ-Haft und für die Männer sogar mit der Todesstrafe. Die polnischen ZwangsarbeiterInnen wurden als minderwertige, zur bloßen Arbeitskraft reduzierte Menschen behandelt. Zu ihrer täglichen Erfahrung gehörten Erniedrigung, Angst und Hunger.

Reichsministerium für Bewaffnung und Munition

Das Ministerium wurde 1940 eingerichtet und 1943 in Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion umbenannt. Seine Aufgabe war die Verbesserung der Versorgung der Wehrmacht mit dem notwendigen Nachschub an Waffen und Munition. Ab 1943 stand Albert Speer an der Spitze des Ministeriums. Um die Kriegsproduktion zu steigern, wurden Millionen von ZwangsarbeiterInnen eingesetzt. Angesichts der alliierten Luftangriffe auf die deutsche Rüstungsindustrie setzte das Speer-Ministerium in Absprache mit Hitler und Göring zunehmend auf die Verlagerung von Rüstungsbetrieben.

Reichsstelle für Raumordnung

Zu den Hauptaufgaben der 1935 eingerichteten Reichsstelle zählte die räumliche Gleichverteilung von Industrie und Wohnungen im Reichsgebiet. Sie sollte den Landbedarf der öffentlichen Hand regeln und eine planvolle Besiedlung gewährleisten.

Reichstreuhänder der Arbeit

Die 1933 geschaffene Instanz der Reichstreuhänder der Arbeit sollte zwischen Unternehmern und Arbeiterschaft vermitteln. Zu den Aufgaben der Treuhänder gehörten u.a. die Festsetzung der Tarifordnungen, die Aufrechterhaltung des Arbeitsfriedens, Schlichtungen von Streitfällen sowie die Überwachung und Einhaltung der Betriebsordnung.

Reichswerke „Hermann Göring“

Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten „Hermann Göring“. Einer der größten deutschen Konzerne im Dritten Reich für Eisen- und Stahlherstellung. Nach 1938 expandierte das Unternehmen in Österreich, der Tschechoslowakei und im besetzten Polen und übernahm bestehende Betriebe. 1944 gehörten den Reichswerken insgesamt 260 Unternehmen. Für den Konzern mussten Kriegsgefangene, ZwangsarbeiterInnen aus den besetzten Gebieten, KZ-Häftlinge sowie die Häftlinge des firmeneigenen Arbeitserziehungslagers arbeiten. Im April 1945 machten die zur Arbeit Gezwungenen etwa 40% der Gesamtbelegschaft aus.

Repatriierung

Organisierte Rückführung der im Laufe des Krieges verschleppten Menschen (KZ-Häftlinge, ZwangsarbeiterInnen und Kriegsgefangene) in ihre Heimatsländer.

Rote Armee

Bis 1946 Armee der Sowjetunion. Sie wurde 1918, kurz nach der Oktoberrevolution, gegründet. 1939 besetzte die Rote Armee gemäß dem Hitler-Stalin-Pakt Ostpolen. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 nahm sie an Kriegshandlungen teil, die im Mai 1945 mit der Eroberung Berlins endeten. Während der Offensive vergewaltigten sowjetische Soldaten rund zwei Millionen Frauen in Deutschland. Über acht Millionen Soldatinnen und Soldaten der Roten Armee fielen in den Kämpfen, mehr als fünf Millionen gerieten in deutsche Kriegsgefangenschaft. Mehr als die Hälfte der sowjetischen Kriegsgefangenen überlebte die Gefangenschaft nicht.

Rüstungsindustrie

Industriezweig zur Produktion von Waffen, Munition und anderen Erzeugnissen, die für die Rüstung eines Landes notwendig sind. 1942 wurde Albert Speer zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt. Durch die zentrale Lenkung der Kriegswirtschaft sowie Rationalisierungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen versuchte er die Rüstungsproduktion zu steigern. Mitte 1944 erreichte die deutsche Rüstungsproduktion ihren Höhepunkt, jedoch nur durch die Ausbeutung von ausländischen Arbeitskräften. Seit Januar 1943 mussten auch deutsche Frauen in der Rüstungsindustrie arbeiten.

Rüstungskommando

Rüstungskommandos waren ab 1939 verantwortlich für die Einbindung der Rüstungsbetriebe in die Kriegswirtschaft. Zu den Aufgaben der Rüstungskommandos gehörten Belegungs- und Fertigungsvorschläge, Bedarfsanweisungen von Arbeitskräften und Produktions- und Betriebsmitteln sowie die Aufsicht über Werkluftschutz- und Werksicherheitsdienstmaßnahmen.

Rüstungsinspektion

Im November 1939 wurden die Wehrwirtschaftsinspektionen in Rüstungsinspektionen umbenannt. Sie waren in den Wehrkreisen, später in den Gauen als koordinierende Mittelinstanzen für alle Angelegenheiten der Wehrwirtschaft tätig. Zu ihren Aufgaben gehörten u.a. die Umsetzung des Fertigungsplans der Wehrmacht in der Industrie, die Mobilmachung der Rüstungsbetriebe sowie die Mitwirkung bei der laufenden Fertigung. 1942 wurden die Rüstungsinspektionen dem Reichsministerium für Bewaffnung und Munition unterstellt.

Sauckel, Fritz

(1894-1946), ab März 1942 Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz (GBA). In dieser Position war Sauckel für die Deportation und rücksichtslose Ausbeutung von Millionen ZwangsarbeiterInnen verantwortlich. 1946 wurde er im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Stalag

Abkürzung von Stammlager. Größeres Lager für Kriegsgefangene, die keine Offiziere waren.

Straßenrazzia

In den besetzten Gebieten blockierten die deutschen Besatzer die Straßen und nahmen willkürlich Menschen fest. Straßenrazzien gehörten zu den Methoden der Rekrutierung von ZwangsarbeiterInnen und wurden besonders im besetzten Polen und in den besetzten Ostgebieten angewendet.

Verlagerungswerk

Fabrik eines Konzerns, die aus kriegswirtschaftlichen Gründen an einem militärisch sicheren Ort aufgebaut oder neueingerichtet wurde. Die Verlagerungswerke waren Produktionsstätten für die Rüstungsindustrie. Häufig wurden Verlagerungswerke unter Tage errichtetet, z.B. in aufgelassenen Bergwerken.

Vernichtung durch Arbeit

Vorsätzliche oder in Kauf genommene Tötung v.a. von KZ-Häftlingen, die bei äußerst brutaler Behandlung und Hungerrationen so schwer arbeiten mussten, dass sie vor Erschöpfung starben. Viele wurden auch absichtlich bei der Arbeit getötet. Die Vernichtung durch Arbeit betraf vor allem jüdische Menschen, Sinti und Roma und sowjetische Kriegsgefangene, teilweise auch Menschen aus Polen und der Sowjetunion.

Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH

Die Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH wurde 1916 gegründet. In der Weimarer Republik und im Rahmen der Kriegsplanung nach 1933 diente sie der Verdeckung und Geheimhaltung der staatlichen Investitionen im Rüstungsbereich. 1944 wurde sie in Montan-Industriewerke GmbH umbenannt. 1949 ging sie in das Vermögen der Bundesrepublik Deutschland über und erhielt 1951 den Namen Industrieverwaltungsgesellschaft mbH (IVG).

Völkerrecht

Das Völkerrecht ist eine überstaatliche Rechtsordnung, die die Beziehungen zwischen den einzelnen Staaten auf der Grundlage der Gleichrangigkeit regelt. Vor dem Zweiten Weltkrieg stützte sich das Völkerrecht auf das Haager Abkommen von 1907 und die Genfer Konvention von 1929. Heute ist die wichtigste Rechtsquelle des Völkerrechts die Charta der Vereinten Nationen von 1945.

Volksdeutsche

Volksdeutsche war bis 1945 eine Bezeichnung für Personen, die außerhalb des Deutschen Reiches und Österreichs, vor allem in Ost- und Südeuropa lebten und deutscher Abstammung waren.

Warschauer Aufstand

Bewaffnete Erhebung im besetzten Warschau. Am 1. August 1944 begann die polnische Untergrundarmee den Aufstand gegen die deutschen Besatzer. Nach anfänglichen Erfolgen und der Eroberung von großen Teilen der Stadt wurde der Aufstand nach 63 Tagen brutal niedergeschlagen. Die Zahl der polnischen Opfer belief sich auf mehr als 200.000 ZivilistInnen und rund 15.000 Angehörige der Heimatarmee. Noch während der Kämpfe und nach der Kapitulation der Aufständischen am 2. Oktober deportierten die Deutschen 100.000 ZivilistInnen aus Warschau zur Zwangsarbeit und weitere 60.000 in Konzentrationslager. Die Stadt wurde dem Erdboden gleichgemacht.

Wehrwirtschaftsführer

Seit 1935 ernannte das Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt im Oberkommando des Heeres Leiter von rüstungswichtigen Betrieben zu Wehrwirtschaftsführern (WeWiFü). Eine solche Ernennung erleichterte es dem betreffenden Betrieb, negative arbeitsrechtliche Bestimmungen für die ArbeiterInnen und Angestellten einzuführen. Zu den Wehrwirtschaftsführern im NS-Staat gehörte auch Carl Martin Dolezalek, technischer Werksleiter von ELF I/ Trillke.

Westarbeiter

Als Westarbeiter wurden während des Zweiten Weltkrieges die Menschen bezeichnet, die aus den westlichen Ländern anfangs freiwillig zur Arbeit nach Deutschland kamen. Mit der Zeit wurden auch sie zu Zwangsarbeitern, da sie nicht in ihre Heimatländer zurückkehren durften.

Zivilarbeiter

Bezeichnung für ZwangsarbeiterInnen, die keine Kriegsgefangenen oder KZ-Häftlinge waren.

Zwangsarbeit

Arbeit unter nicht-wirtschaftlichem Zwang und unter Androhung von Strafe. Unter Zwangsarbeit im Nationalsozialismus versteht man insbesondere die Verschleppung und Ausbeutung von 13,5 Millionen AusländerInnen in Deutschland. Zwangsarbeit fand auch in Konzentrationslagern, Ghettos, Arbeitserziehungslagern und anderen Lagern im gesamten besetzten Europa statt. In vielen besetzten Ländern herrschte ein allgemeiner Arbeitszwang. Davon abzugrenzen sind die Arbeitspflichten für die deutsche Bevölkerung.

Zwangsarbeiter

Mensch, der Zwangsarbeit leisten muss. Zivile ZwangsarbeiterInnen wurden von privaten Unternehmen, Behörden, Bauern oder Familien beschäftigt, untergebracht und überwacht. Kriegsgefangene dagegen unterstanden der Wehrmacht, KZ-Häftlinge der SS. Im Sommer 1944 gab es im Deutschen Reich rund 5,7 Millionen zivile ZwangsarbeiterInnen. Ein Drittel von ihnen waren Frauen. Die größten nationalen Gruppen waren die 2,1 Millionen „Ostarbeiter“ aus der Sowjetunion und 1,7 Millionen Menschen aus Polen. Viele der Verschleppten waren Jugendliche und Kinder.

Zwangsarbeiterlager

Sammelunterkunft für ZwangsarbeiterInnen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Menschen, die Zwangsarbeit leisten mussten, meistens in Lagern untergebracht. Die Zwangsarbeiterlager lagen nicht selten inmitten von städtischen Wohngebieten. Reichsweit gab es über 30.000 solche Lager. Meistens wurden sie in primitiven Baracken oder Gaststätten, Fabrikhallen und Bootsschuppen eingerichtet.