Stanisław Skórski

Skorski-alt Kopie

„Die Entschädigung habe ich ja bekommen. Aber als Kind hatte ich keine Arbeitskarte, und ich habe mein Bild von der Erstkommunion in der Kirche in Marienrode geschickt, die war nach der Befreiung. Das war der Beweis, dass ich dort gewesen bin.“


Stanisław Skórski wurde am 16. Juni 1934 in einer gutsituierten Familie in Warschau geboren; seine Eltern waren Ingenieure. Er hatte eine ältere Schwester und einen älteren Bruder. Nach dem Beginn des Krieges 1939 lebte er im besetzten Warschau und durfte aufgrund der Vorschriften der deutschen Besatzer keine Schule besuchen. Im August 1944, während des Warschauer Aufstands, wurde die ganze Familie nach Deutschland deportiert. Der Vater kam in das KZ Sachsenhausen. Die Mutter wurde mit den Kindern nach einem kurzen Aufenthalt im KZ Bergen-Belsen in das Zwangsarbeiterlager der Hildesheimer Firma ELFI GmbH/Trillke-Werke eingeliefert. Stanisław war dort in einer Kinderstube untergebracht, während seine Mutter und seine Geschwister arbeiten mussten. Nach der Befreiung im April 1945 blieben sie im polnischen Lager auf dem Fabrikgelände, bis der Vater sie wiederfand. Dann lebten sie bei einem Bauern in Glashütte bei Hamburg. Im November 1946 kehrte die Familie über Travemünde nach Warschau zurück. Stanisław holte die Ausbildung nach, wurde Landwirtschaftstechniker und Lehrer. Er hat einen Sohn und eine Tochter und lebt als Witwer in Opatówek.

Filmausschnitte

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Interview am 24. September 2007 in Opatówek; Interviewführung: Ewa Czerwiakowski und Angela Martin, Kamera: Stanisław Ścieszko; Übersetzung: Ewa Czerwiakowski. Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit/Sammlung Berliner Geschichtswerkstatt