Aurelia Kucharczyk

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„Zum Schluss wollte ich nur noch sagen, dass das Leben wirklich schön ist und wir nicht zulassen dürfen, dass es zerstört wird. Da wende ich mich an die jüngere Generation: Sie soll dieses schöne Leben pflegen!“


Aurelia Kucharczyk, geb. Chęcińska, wurde am 12. November 1925 in Zelów bei Łódź (Polen) geboren. Bald zog ihre Familie nach Pabianice um. Aurelia besuchte die Grundschule, war Pfadfinderin und sollte aufs Gymnasium kommen. Sie hatte zwei jüngere Brüder.

1939 flüchtete die Familie vor den Deutschen, kehrte aber nach einigen Tagen zurück und zog wieder nach Zelów. 1941 wurde der Vater wegen illegalen Handels verhaftet, im KZ Auschwitz inhaftiert und ein Jahr später ermordet. Aurelia konnte sich einige Zeit verstecken, aber im Februar 1942 wurde sie auf Anweisung des Arbeitsamts nach Deutschland deportiert. Bis 1945 musste sie in der Hildesheimer Fabrik ELFI/Trillke Zwangsarbeit leisten.

Nach der Befreiung lebte sie bis Oktober 1945 im polnischen Lager auf dem Fabrikgelände und organisierte dort eine Pfadfindergruppe. Im Herbst 1945 kehrte sie mit einem Transport nach Polen zurück. Sie arbeitete bei der Post, heiratete und bekam einen Sohn. Bis zu ihrem Tod 2008 lebte sie in der Stadt Zgierz bei Łódź.

Filmausschnitte

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Interview am 22. September 2007 in Łódź, Interviewführung: Ewa Czerwiakowski und Angela Martin, Kamera: Stanisław Ścieszko; Übersetzung: Ewa Czerwiakowski. Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit/Sammlung Berliner Geschichtswerkstatt